Ausstellungsnummer: 208
Künstler: Ben Hübsch - "Am siebten Tage"

AM SIEBTEN TAGE..
Eine Installation von Ben Hübsch

Ein rundes Fenster in der Apsis der ehemaligen evangelischen Kirche von Kirchzarten, dem Sitz des Kunstvereins, ist der Ausgangspunkt für eine installative Malerei, die sich mit ihrem biblischen Titel auf die ehemalige Funktion des Raumes bezieht.
Sechs scheinbar hintereinander gestaffelte Tondi, der Größe nach geordnet, umspielen das Fenster und fügen es nahtlos in ihre Konstruktion ein. Formal findet der strenge, ornamentale Bildaufbau des Fensters seinen Widerhall in der Installation. Von dort eröffnen sich neue Bezugspunkte zu anderen Gemäldeteilen, die sich jeweils um ihren Bildmittelpunkt ordnen. Zwischen Ornament, Comic und Abstraktion entsteht eine Vielfalt von formalen Bezügen, die einerseits auf die ursprüngliche Funktion des Ortes verweisen, andererseits mit den Begriff der Abstraktion spielen.
Bereits in der Romantik brachten Bilder von Robert Fludd und William Blake zur Entstehung der Welt so wie Zeichen von tiefer Religiosität bei Casper David Friedrich und Philipp Otto Runge bildnerischen Erfindungen hervor, die unsichtbare Dinge formulieren. Die Entdeckung z.B. von Schallwellen oder Röntgenstrahlen beflügelte die künstlerische Fantasie zu Beginn der Moderne ebenso wie Einflüsse aus esoterischen Zirkeln.
Dieses Erfassen von Unsichtbarkeit weist Parallelen zu abstrakter Kunst auf.
Mit diesen Zusammenhängen spielt die Arbeit von Ben Hübsch. Es ist nicht die Frage nach der Reinheit der Abstraktion, die sich Max Bill so gewünscht hat, sondern die Frage nach dem „woher“ und „wohin“ der Abstraktion, die Ben Hübsch beschäftigt. Bewusst weckt Hübsch mit seinen Bildern Assoziationen, die den Bildspeicher und die Bildverarbeitung des Betrachters provozieren.
Sechs kleinformatige Malereien greifen die Bildersprache der Installation auf und behandeln eigenständig die Frage nach Abstraktion und Assoziation. Nebenbei spielt die Ausstellung mit der Anzahl der Kleinformate sowie der Anzahl der Motive in der Installation mit der heiligen Zahl sieben, einer Zahl, die Glauben und Aberglauben miteinander verknüpft.