Ausstellungsnummer: 221
Künstler: Junge Kunst VIII - Anita Blagoi, Jan Gemeinhardt, Philipp Kummer - Malerei

Anita Blagoi, Jan Gemeinhardt, Philipp Kummer, drei Studenten der Akademie der bildenden Künste Nürnberg aus der Malklasse von Prof. Fleck, zeigen Bilder, die ihre Position in diesem Bereich auf jeweils verschiedene Art und Weise verdeutlichen.

Anita Blagois Arbeit beschreibt Christoph Klein folgendermaßen: „Konkret ist keines der Motive, auch wenn sie zu erkennen sind, konkret oder eindeutig ist keine Fläche oder Form, auch wenn sie ent- schieden ist. Der Betrachter ist gezwungen, sich ein eigenes Bild vom Bild zu machen, ist aufgefordert, für sich die Bedeutung zu entdecken. Für mich strahlen diese Bilder eine große Ruhe, sowie eine Unbedingtheit aus. Selbst wenn ich in ihnen etwas hineinlese, so ist es immer meine Geschichte, die ich hineinlese. Die Bestimmt-heit, die ihnen zugrunde liegt, führt zu einer großen Präsenz. Es handelt sich um Bilder, die auf mich fast meditativ wirken. Die Uneindeutigkeit, das nicht zu Dechiffrierende besitzt etwas Religiöses. Das Bild ist nur das Bild. Darin liegt ein großer Ernst und ein enormes Pathos.

Jan Gemeinhardt ist fasziniert von melancholischen Stimmungen, die sich allgegenwärtig in Natur, Landschaft und Alltag entdecken lassen. So ist es kein Zufall, dass er sich in seiner Motivwahl immer wieder auf naturverbundene Themen beruft. Weite Landschaften, wie neblige Wälder, tobende See oder sturmgepeitschte Felder gehören zu seinem Repertoire. Doch nicht nur die Natur ist Vorlage für seine Bilder, er verwendet auch Menschen und Tiere in seinen Kompositionen. Sie wirken rätselhaft, manchmal scheint ihnen etwas Mystisches anzuhaften.

Philipp Kummer erläutert: „Es können durchaus banale Motive wie z.B. ein Marmeladenglas sein die so einen Funken zünden, denn über all dem steht die Malerei. Der Wunsch den Dingen malerisch auf den Grund zu gehen .Mit großer Offenheit dem Gesehenen Stück für Stück Form zu verleihen , es förmlich aus dem Bildraum herauszuschälen ohne dabei in Abbilden zu verfallen sondern immer am Wesentlichen forschend. So ist mir das Marmeladenglas längst kein Marmeladenglas mehr. Es ist lediglich der Anlass einen Vorgang ins Rollen zu bringen in dem ich Flächen zueinander positionieren, Massen abgleichen, Farbe mal dick, mal lasierend verwenden und mich malerisch frei im nur noch gedanklichen Konstrukt eines Glases bewegen kann. Der Gegenstand löst sich im Prozess in seine Bestandteile auf und setzt sich wieder zusammen.“